Und hier ist mein musikalischer Rückblick auf 2010:
1. The Ocean – Heliocentric
Heliocentric von The Ocean war in diesem Jahr mein absoluter Favorit. Stilistisch bewegt sich das Album irgendwo zwischen Sludge, Post-Metal und Doom-Metal. Klasse ist auch der thematische Aufbau, dem das Album als Konzeptalbum folgt: es wird aus religionskritischer Sicht gezeigt, wie sich das menschliche Weltbild im Laufe der Geschichte änderte. Angefangen bei der Schöpfungsgeschichte, geht es über Kopernikus, bis hin zu Darwins Evolutionstheorie und Dawkins Atheismus.
2. The Ocean – Anthropocentric
Na nu, noch ein Album von The Ocean? Ja, denn sieben Monate nach Heliocentric brachten sie dessen Fortsetzung Anthropocentric raus. Aber dennoch kann man diese beiden Alben nicht zu einem Platz zusammenfassen. Ist Heliocentric noch relativ ruhig, geht es auf Anthropocentric wesentlich härter zur Sache. Inhaltlich schließt dieses Album an seinem Vorgänger an und widmet sich vollstens der Kritik am überholtem christlichen – aber noch von vielen Strenggläubigen für richtig befundenem – Weltbild. Tut mir Leid, dass The Ocean die ersten beiden Plätze belegen, aber ich feier diese Band im Moment wie sonst keine andere ab.
3. Nevermore – The Obsidian Conspiracy
Letztes Jahr in Wacken gesehen, brauchten sie einige Zeit, bis ich Nevermore für sehr gut befunden habe. Aber so ist das meistens mit progressiver Musik. The Obsidian Conspiracy ist allerdings eingängiger als dessen Vorgänger, aber trotzdem abwechslungsreich.
4. Finntroll – Nifelvind
Ich hätte nie gedacht, dass Finntroll irgendwann einmal in einer Jahres-TopTen von mir stehen können. Deren Alben waren zwar immer ganz nett, aber nie wirklich überragend. Das hat sich mit Nifelvind geändert, was vielleicht auch daran liegen mag, dass sie sich textlich ernsteren Themen gewidemt haben. Die früheren Themen waren doch sehr klischeebehaftet.
5. Black Sun Aeon – Routa
Schön frostige Musik. Genau das richtige für diese Jahreszeit – und auch für den Sommer, um für etwas Winterstimmung zu sorgen.
6. Grand Magus – Hammer Of The North
Grand Magus haben mit ihrem aktuellen Album eine starke Platte hingelegt. Sie strotzt zwar jetzt nicht vor Innovationen, macht aber sehr viel Spaß sie anzuhören. Wer Stoner Rock und klassischen Metal mag, wird sie sehr wahrscheinlich mögen. Schade, dass der Doomeinfluss, der früheren Platten verschwunden ist.
7. Iron Maiden – The Final Frontier
Was soll ich groß schreiben? Iron Maiden halt.
8. Dark Tranquillity – We Are The Void
Zusammen mit In Flames und At The Gates sind Dark Tranquillity die Begründer das Göteborger Metal. Zwar sind alle drei Bands heute musikalisch kaum noch zu vergleichen, aber stark sind sie alle auf ihre Art. We Are The Void steht keinem der früheren Alben in irgendeiner Form nach, sondern ist gewohnt guter Qualität.
9. Ihsahn – After
Ich muss ja zugeben, dass ich Ihsahn als ich ihn das erste mal hörte, relativ scheiße fand. Also so richtig. Irgendwann hat es dann aber Klick gemacht und plötzlich mochte ich ihn. Ich gebe zu seine Musik ist eine richtige Frickelei und wenn man sie nicht mag – so wie ich zunächst – ist es sowas von anstrenged sich sowas anzuhören. Ich bin auch keinem böse, wenn er das Lied, das ich ausgesucht habe, mies findet und es nicht schafft es zu Ende zu hören. Mittlerweile finde ich es einfach nur noch geil. Besonders das Saxophon, was auf After erstmals zum Einsatz kam.
10. Ozzy Osbourne – Scream
Ozzy Osbourne dürfte jedem ein Begriff sein. Eine lebende Legende halt und auch sein aktuelles Album Scream ist es wert angehört zu werden.
Beste Neuentdeckung: Warrel Dane
Eigentlich würde an dieser Stelle The Ocean stehen, habe ich jetzt aber nicht gemacht, da sie ja schon in der Top Ten zweimal vertreten sind. Stattdessen mache ich Platz für Warrel Dane, dem Sänger von Nevermore. Wusste zwar, dass er ein Soloalbum rausgebracht hat, habe aber bis vor kurzem nie reingehört. Und was soll ich sagen? Es gefällt mir. Würde zusammen mit Warrel Dane hier noch Isis als beste Neuentdeckung des Jahres nennen, aber die haben zwei Monate nachdem ich sie entdeckt habe ihre Auflösung bekannt gegeben. Deshalb habe ich Warrel Dane den Vortritt eingeräumt. Wer aber atmosphärischen Post-Rock/Metal mag, kann ja trotzdem mal reinhören.
Am liebsten gehörte Band: Type O Negative
Auch hier würden The Ocean stehen, aber ihr wisst… Type O Negative sind allerdings mindestens genauso gut. Schwarzhumoriger und sarkastischer können Texte nicht sein. Leider schade, zu wissen, dass es von ihnen nichts neues mehr geben wird, da Sänger und Bassist Peter Steele im April mit 48 Jahren verstorben ist, was das Ende der Band bedeutete. Neben Ronnie James Dio (Black Sabbath, Dio, Heaven & Hell) und Franz Vonlichten (E.S. Posthumus) einer der für mich bedeutensten Musiker, die dieses Jahr von uns gegangen sind.
Damit ihr wisst, welche Alben ich dieses Jahr für gut befunden habe, die es aber nicht in die Top Ten geschafft haben, hier eine kleine Liste:
Agalloch – Marrow Of The Spirit
Airbourne – No Guts. No Glory.
Alcest – Écailles De Lune
Allen-Lande – The Showdown
Anathema – We’re Here Because We’re Here
Avantasia – Angel Of Babylon
Avantasia – The Wicked Symphony
Barren Earth – Curse Of The Red River
Before The Dawn – Decade Of Darkness (EP)
Bison B.C. – Dark Ages
Black Label Society – Order Of The Black
Blind Guardian – At The Edge Of Time
Cathedral – The Guessing Game
E.S. Posthumus – Makara
Eisbrecher – Eiszeit
Eluveitie – Everything Remains (As It Never Was)
Engel – Threnody
Enslaved – Axioma Ethica Odini
Equilibrium – Rekreatur
Freedom Call – Legend Of The Shadowking
God Is An Astronaut – Age Of The Fifth Sun
Grave Digger – The Clans Will Rise Again
Grossstadtgeflüster – Alles Muss Man Selber Machen
Heaven Shall Burn – Invictus
In Mourning – Monolith
Intronaut – Valley Of Smoke
Jorn – Dio
Kingdom Of Sorrow – Behind The Blackest Tears
Klone – Blackest Days
Kvelertak – Kvelertak
Kylesa – Spiral Down
Lordi – Babez For Breakfast
Masterplan – Time To Be King
Motörhead – The Wörld Is Yours
October Tide – A Thin Shell
Overkill – Ironbound
Pain Of Salvation – Road Salt One
Raintime – Psychromantic
Rosetta – A Determism Of Morality
Rotting Christ – Aealo
Sabaton – Coat Of Arms
Swans – My Father Will Guide Me Up A Rope To The Sky
Tarot – Gravity Of Light
Van Canto – Tribe Of Fore
Volbeat – Beyond Hell / Above Heaven
Year Of No Light – Ausserwelt
Das war mein Jahresrückblick. In den nächsten Tagen werde ich mir eurer Jahressampler anhören und zu jedem Lied etwas schreiben. Ich freu mich. Vielleicht entdecke ich ja noch was für mich.
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